Hagen Rudolph

Interview und Konzerte mit
Alex Ligertwood

am 21. Mai 2011 in Walsrode/Bad Fallingbostel
am 15. Juli 2011 in Lübeck (
hier)
am 17. März 2012 in Sittensen (
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Fünfzehn Jahre seiner über vierzigjährigen Karriere als Sänger verbrachte Alex Ligertwood bei Santana. Am 21. Mai 2011 kam er eigens für einen Abend mit The Magic of Santana aus Frankreich angereist ins niedersächsische Bad Fallingbostel. "I wanna have a lot of fun tonight", sagte er, und diesen Spaß hatte er ganz bestimmt. Es war ein mitreißendes Konzert, dessen Genuss durch die stimmungsvolle Beleuchtung noch verstärkt wurde.

Großartig, wie Alex und The Magic of Santana bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt harmonierten. Alex lenkte die Band souverän, und sie rief das gesamte Spektrum von sanft und gefühlvoll bei "Europa" bis zum furiosen "Oye Como Va" ab. Immer wieder, etwa bei "Samba Pa Ti", zeigten die Musiker, dass sie gegenüber dem Santana-Original auch eigene Akzente mit Gänsehaut-Effekt zu setzen wissen. Und Alex Ligertwood begeisterte mit seinem vielseitigen Gesang, der auch jazzige Scat-Passagen und einen Dialog mit Gerd Schlüters Gitarre umfasste. Obendrein spielte er immer wieder Gitarre und Percussion.

Bei "She's Not There" gab es ein technisches Problem. Eins von vielen Percussion-Mikrofonen erzeugte eine Rückkopplung und es begann fürchterlich zu pfeifen. Die Tontechniker regelten erstmal alles runter, um den Fehler zu beheben. Keyboards und Percussion plätscherten spontan leise weiter vor sich hin, hielten den Groove und Alex ließ das Publikum ran. Der Text war weithin bekannt, die Fans sangen aus voller Kehle mit. So wurde aus dieser Panne ein Highlight des Abends, der insgesamt einfach gelungen war.

Nach fast drei Stunden einschließlich zwei Zugaben mit feiner Santana-Musik gingen die Besucher lächelnd nach Hause und wussten, dass sie eine hochkarätige Band mit einem herausragenden Alex Ligertwood erlebt hatten.

Vor dem Konzert konnte ich im Hotel in Walsrode ein ausgedehntes
Gespräch mit Alex über seine Zeit bei Santana und weitere Höhepunkte seiner Karriere führen. Es ist in voller Länge hier nachzulesen.

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Alex Ligertwood und ich im Gespräch (Foto: Thomas Parpart)

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Alex Ligertwood auf dem Weg zum Konzert

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Lübeck

Am 15. Juli 2011 hatten Alex Ligertwood und The Magic of Santana ihren zweiten Gig, diesmal in Lübeck.

Es regnete den ganzen Tag. Keine guten Bedingungen für open air. Das Konzert sollte im "Strand Salon" stattfinden, direkt am Fluss. Der Wind trieb den Regen genau von vorne auf die nicht besonders tiefe oder geschützte Bühne. So war an ein Konzert überhaupt nicht zu denken. Instrumente und Technik aufbauen... völlig ausgeschlossen.

Alex war schon da und begrüßte mich herzlich. Diesmal kam er eigens aus Colorado angereist. Hätte ich bei meinem ersten Santana-Konzert 1980 geahnt, dass ich ihn jemals persönlich kennen lernen würde...

Wir saßen in diesem Pavillon für die Musiker und Anhang und fragten uns, wie es wohl weitergehen werde... und der Himmel zeigte einen Silberstreif am Horizont.

Gegen 19 Uhr hörte der Regen auf. Einer beobachtete den Regenradar auf seinem Smartphone und es sah ganz danach aus, dass kein neuer Regen folgen würde. Puh... nu aber fix... um 20 Uhr sollte es losgehen.

War natürlich nicht zu schaffen... mit Aufbau und Soundcheck. Na, egal... so wurde es fast 21 Uhr, bis das Konzert beginnen konnte.

Dann legten sie los. Die Playlist erwies sich als hinfällig. Denn es durfte nur bis 23 Uhr gespielt werden. So entfielen alle Pausen und auch das Zugabe-Ritual. Die Band und Alex machten für eine maximale Ausbeute einfach bis 23 Uhr durch. Songs wurden spontan auf Zuruf gewählt.

Es war ein wunderbares Konzert. Die Jungs werden immer besser... sind ja erst seit einem Jahr zusammen. Alex inspirierte sie zusätzlich und teilweise schwebten sie vor Spielfreude...

Es war unglaublich. Der ganze Stress vorher war vergessen. Sie machten einfach magische Musik. Gegen Ende erzählte Alex, dass er
nur mit dieser Coverband spielt, weil nur sie die Passion haben, den er sich wünscht... von allen Santana-Coverbands weltweit, die ihn bislang eingeladen haben. Das hatte er auch schon letztes Mal gesagt, aber nicht vor dem Publikum.

So wurde es eher ein Rausch als ein Konzert...

Anschließend trafen wir uns wieder im Pavillon. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit Alex und der Band über den Abend, über Santana und andere Künstler, und die Musiker einschließlich Alex wirkten sehr glücklich, wie es gelaufen war...

Und ich freue mich schon auf das nächste Konzert mit The Magic of Santana und Alex Ligertwood.

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Sittensen

Am 17. März 2012 luden The Magic of Santana und Alex Ligertwood zu ihrem dritten Konzert in den Theatersaal des Schulzentrums Sittensen. Und sie spielten fast zweieinhalb Stunden Musik vom Feinsten.

Es mögen wohl etwa 200 Zuschauer gekommen sein. Der Raum war gut gefüllt. Stühle reichten nicht aus und eilig wurden weitere herangeschafft. Diese erwiesen sich jedoch als unnötig, denn viele Besucher hielt es nicht lange auf ihren Sitzen. Alex forderte sie zum Tanzen auf und dieser Einladung folgten sie gerne.

"Marathon", ein kurzes und heißes Instrumental, bildete den programmatischen Auftakt. Dann kamen einige der alten Santana-Hits wie "Evil Ways", "Jingo Lo Ba", "Black Magic Woman/Gypsy Queen" und "Oye Como Va". Die Musik brodelte. Die Stimmung war ausgelassen. Wer tanzen wollte, tanzte.

Mit "Somewhere In Heaven" und "Europa" folgten zwei etwas ruhigere Songs, wobei Bassist Martin "Wunz" Hohmeier "Europa" durch ein längeres Solo anreicherte.

"Hold On" bildet so etwas wie einen Höhepunkt der Konzerte mit Alex, denn in diesem Stück unterhält er sich nicht nur mit der Gitarre von Gerd Schlüter auf "Guitarese", einem Dialog von Stimme und Instrument, sondern er bezieht auch das Publikum mit ein. Gegenüber der unauffälligen Albumversion ist "Hold On" live mit all diesen Einlagen kaum wieder zu erkennen und begeistert jedes Mal.

The Magic of Santana orientiert sich von der Besetzung her an Santana. Daher können sich Jürgen Pfitzinger an den Congas, Andreas Rohde an den Timbales und der neu hinzugekommene Markus Zell am Schlagzeug bei bestimmten Passagen in Songs wie "No One To Depend On" ebenso mit kleinen Soli abwechseln, wie Fans es vom Original her kennen. Die Band ist durchgängig mit hervorragenden Musikern besetzt, die keine Wünsche offen lassen.

Natürlich fehlten auch das verzaubernde "Samba Pa Ti" und neuere Titel wie "Corazon Espinado", "Maria" und "Smooth" nicht. Und als das Konzert drei Stunden nach dem Beginn (es hatte eine halbstündige Pause gegeben) mit "Make Somebody Happy" endete, waren längst alle glücklich über diesen gelungenen Abend.

Als einziger Wermutstropfen sei die Beleuchtung erwähnt. Gleißendes, weißes Licht, für Theateraufführungen wohl angemessen, war zu hell für ein Konzert dieser Art, blendete teilweise gar die Musiker, nahm der Bühne die optische Tiefe und wirkte einfach unmagisch.

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